Alle Artikel mit dem Schlagwort: Wiederaufnahme

Keine Wiederaufnahme bei mehrfach bestätigter Rechtsansicht durch vorangehende Außenprüfungen

Rzeszut/PredotaSWK 16/2018, 736

Oftmals kommen Betriebsprüfer im Rahmen mehrerer Außenprüfungen zur selben rechtlichen Beurteilung eines Sachverhalts. Will eine spätere Betriebsprüfung (BP) in weiterer Folge – trotz gleichbleibenden Sachverhalts – von dieser bestätigten Rechtsansicht abgehen, ist eine Wiederaufnahme nach jüngster BFG-Rechtsprechung nicht ohne weiteres zulässig. Das Abweichen von einer im Zuge vorangegangener BP „bestätigten“ Rechtsansicht durch eine spätere BP verstößt vielmehr gegen den Grundsatz von Treu und Glauben und stellt somit eine unbillige Ermessensentscheidung dar (BFG 16. 3. 2018, RV/2101420/2017).

Berichtigung an der Wurzel oder im Jahr der Vorschreibung?

SchweisgutSWK 11/2018, 524

In seiner Entscheidung vom 4. 3. 2016, RV/6101107/2015, hat das BFG ausgesprochen, dass im Fall einer GPLA-Prüfung mit stets offengelegtem Sachverhalt die daraus resultierende Nachforderung an der Wurzel, dh durch Korrektur der jeweiligen Steuerbilanzen, zu berichtigen sei. Die dagegen eingebrachte Amtsrevision wurde vom VwGH mit Erkenntnis vom 27. 11. 2017, Ra 2016/15/0042, zurückgewiesen. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte sich die Anwenderpraxis auf die Aussage in Rz 1600 EStR 2000 verlassen, dass die entsprechende Nachforderung erst in jenem Jahr als Betriebsausgabe absetzbar ist, in dem die Vorschreibung bzw Bezahlung erfolgt.Ist durch die Bestätigung des VwGH nun alles neu? Müssen jetzt eventuell fünf Jahre zurückreichende Wiederaufnahmeanträge gestellt werden, um Nachforderungsbeträge bei GPLA-Prüfungen steuerlich geltend machen zu können? Was hat sich geändert?