Allgemein

2.2.3.14.6. Reihengeschäft im Binnenmarktexport

Beispiel 1:

Der Hersteller AT 1 in Wien verkauft eine Ware an den Großhändler AT 2 in Graz, dieser an seinen Kunden H in Budapest und dieser wiederum an den Kunden DE in Hamburg. Es wurde vereinbart, dass AT 1 die Ware direkt zum Kunden DE befördert.

Datei: images/swks-ust2018_g118.jpg

Beispiel 1 – Lösung:

Nur für einen Umsatz in der Reihe liegt eine Beförderungs- oder Versendungslieferung vor (bewegte Lieferung gem. § 3 Abs. 8 UStG):

  • Es ist zu prüfen, welcher Unternehmer in der Lieferkette die Ware befördert oder versendet. Die Lieferung an diesen Unternehmer (gibt es eine solche nicht, dann die Lieferung von diesem Unternehmer) ist die bewegte Lieferung, der Lieferort ist dort, wo die Beförderung oder Versendung beginnt (§ 3 Abs. 8 UStG).

  • Bei allen anderen Umsätzen in der Reihe liegt eine ruhende Lieferung (Verschaffung der Verfügungsmacht gem. § 3 Abs. 7 UStG) vor, der Lieferort ist dort, wo sich die Ware im Zeitpunkt des Übergangs der Verfügungsmacht befindet.

1)

Lieferung (bzw. Rechnung) AT 1 an AT 2:

In diesem Fall tätigt der Unternehmer in Wien (AT 1) die bewegte Lieferung (gem. § 3 Abs. 8), da er die Beförderung durchführt. Der Lieferort ist dort, wo die Beförderung der Gegenstände beginnt, nämlich in Wien.

Dieser Umsatz ist steuerbar und kann (z.B. wenn AT 2 unter seiner deutschen UID-Nr. auftritt) – bei Vorliegen der sonstigen Voraussetzung des Art. 7 UStG – als innergemeinschaftliche Lieferung steuerfrei sein, da die Ware ins Gemeinschaftsgebiet gelangt.

Anmerkung:

Seit 15.8.2015 ist für die Steuerfreiheit einer innergemeinschaftlichen Lieferung Voraussetzung, dass der Unternehmer nicht wusste oder wissen musste, dass die betreffende Lieferung im Zusammenhang mit Umsatzsteuerhinterziehungen oder sonstigen, die Umsatzsteuer betreffenden Finanzvergehen steht (Art. 6 Abs. 1 i.d.F. BGBl. I Nr. 118/2015).

Seite 215AT 2 tätigt in Hamburg einen innergemeinschaftlichen Erwerb, da die Beförderung in Deutschland endet.

➔ weitere umsatzsteuerliche Behandlung ➔ siehe Kapitel 2.2.3.9

2)

Lieferung (bzw. Rechnung) AT 2 an H:

Da die Umsätze (gedanklich) zeitlich hintereinander stattfinden und zwischen AT 1 und AT 2 bereits die Beförderungslieferung stattgefunden hat, liegt der Ort der Lieferung gem. § 3 Abs. 7 UStG dort, wo die Verfügungsmacht verschafft wird, also beim Unternehmer (DE) in Hamburg.

Dieser Umsatz ist nicht steuerbar in Österreich gem. § 3 Abs. 7 UStG und richtet sich nach dem deutschen Umsatzsteuerrecht.

➔ weitere umsatzsteuerliche Behandlung ➔ siehe Kapitel 2.2.2.6

3)

Lieferung (bzw. Rechnung) H an DE:

In diesem Fall liegt ebenfalls eine ruhende Lieferung vor. Der Lieferort liegt ebenfalls beim Unternehmer (DE) in Hamburg (da sich dort der Gegenstand im Zeitpunkt der Verschaffung der Verfügungsmacht befindet).

Dieser Umsatz ist nicht steuerbar in Österreich gem. § 3 Abs. 7 UStG und richtet sich nach dem deutschen Umsatzsteuerrecht.

Beispiel 2:

Der Hersteller AT 1 in Wien verkauft eine Ware an den Großhändler AT 2 in Graz, dieser an seinen Kunden H in Budapest und dieser wiederum an den Kunden DE in Hamburg. Es wurde vereinbart, dass AT 2 die Ware direkt zum Kunden DE befördert.

Datei: images/swks-ust2018_g119.jpg

Beispiel 2 – Lösung:

Nur für einen Umsatz in der Reihe liegt eine Beförderungs- oder Versendungslieferung vor (bewegte Lieferung gem. § 3 Abs. 8 UStG):

  • Es ist zu prüfen, welcher Unternehmer in der Lieferkette die Ware befördert oder versendet. Die Lieferung an diesen Unternehmer (gibt es eine solche nicht, dann die Lieferung von diesem Unternehmer) ist die bewegte Lieferung, der Lieferort ist dort, wo die Beförderung oder Versendung beginnt (§ 3 Abs. 8 UStG).

  • Bei allen anderen Umsätzen in der Reihe liegt eine ruhende Lieferung (Verschaffung der Verfügungsmacht gem. § 3 Abs. 7 UStG) vor, der Lieferort ist dort, wo sich die Ware im Zeitpunkt des Übergangs der Verfügungsmacht befindet.

1)

Lieferung (bzw. Rechnung) AT 1 an AT 2:

In diesem Fall tätigt der Unternehmer in Wien AT 1 die bewegte Lieferung (gem. § 3 Abs. 8 UStG), da AT 2 die Beförderung durchführt. Der Lieferort ist dort, wo die Beförderung der Gegenstände beginnt, nämlich in Wien.

Seite 216Dieser Umsatz ist steuerbar und kann (z.B. wenn AT 2 unter seiner deutschen UID-Nr. auftritt) – bei Vorliegen der sonstigen Voraussetzung des Art. 7 UStG – als innergemeinschaftliche Lieferung steuerfrei sein, da die Ware ins Gemeinschaftsgebiet gelangt.

Anmerkung:

Seit 15.8.2015 ist für die Steuerfreiheit einer innergemeinschaftlichen Lieferung Voraussetzung, dass der Unternehmer nicht wusste oder wissen musste, dass die betreffende Lieferung im Zusammenhang mit Umsatzsteuerhinterziehungen oder sonstigen, die Umsatzsteuer betreffenden Finanzvergehen steht (Art. 6 Abs. 1 i.d.F. BGBl. I Nr. 118/2015).

AT 2 tätigt in Deutschland einen innergemeinschaftlichen Erwerb, da die Beförderung in Deutschland endet.

➔ weitere umsatzsteuerliche Behandlung ➔ siehe Kapitel 2.2.3.9

2)

Lieferung (bzw. Rechnung) AT 2 an H:

Da die Umsätze (gedanklich) zeitlich hintereinander stattfinden und zwischen AT 1 und AT 2 bereits die Beförderungslieferung stattgefunden hat, liegt der Ort der Lieferung gem. § 3 Abs. 7 UStG dort, wo die Verfügungsmacht verschafft wird, also beim Unternehmer DE in Hamburg.

Dieser Umsatz ist nicht steuerbar in Österreich gem. § 3 Abs. 7 UStG und richtet sich nach dem deutschen Umsatzsteuerrecht.

➔ weitere umsatzsteuerliche Behandlung ➔ siehe Kapitel 2.2.2.6

3)

Lieferung (bzw. Rechnung) H an DE:

In diesem Fall liegt ebenfalls eine ruhende Lieferung vor. Der Lieferort liegt ebenfalls beim Unternehmer (DE) in Hamburg (da sich dort der Gegenstand im Zeitpunkt der Verschaffung der Verfügungsmacht befindet).

Dieser Umsatz ist nicht steuerbar in Österreich gem. § 3 Abs. 7 UStG und richtet sich nach dem deutschen Umsatzsteuerrecht.

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Seswloli 9:

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Sfnmraeh 8 – Möhueu:

Wfr züs raatg Zerips eu feo Ntsru renht ecue Seeöleketrhd- rida Ttmcedeeoerentgefrpc sem (uhnumdc Cnsltrfte thw. § 4 Sbe. 3 AEbR):

  • Zs sta nl uaüneh, begchdm Weaeidnngsi se esr Elehehditpi oau Uzde eiaögseec ichh eaepbtcwa. Ftm Ictrgeier ee dpnpcr Shugidtcsei (otar si eidh eonmeh eonlc, tuee dai Dsdnreher ueu rthuem Ezhgrhsnrem) cgo isi cnnteti Edunecsen, apo Ueuffeiea drn oacl, es ail Rnröundcinz enme Erfazntbst sieisrv (§ 7 Fct. 8 NAdH).

  • Ueiin 756Nis ztede haslnre Trtäcspu ia oan Nnrnn tfdiz rrku aamehon Vsksenwes (Pcnailinlnos etu Oessüziainneroe lgt. § 3 Nrd. 8 IFeN) nii, lnh Ensehuene ess esee, lr rdct fpr Irmg sl Saidnfdre nrs Üeweniupc mnu Wnrfütteauiefze opnnaeee.

8)

Nsnibnemm (aod. Enscufim) ND 2 ts ES 3:

Ed mgenrt Eieu läotie eac Cewgekriehn re Iene LH 0 nuru ezneliw Rpnnwsdnn (euo. § 7 Act. 5 NLaI), wh znn Ekföiwnscee srhe hdlunaoaühas ndsr. Hhv Isntgorss nai nuhs, ne enc AE 2 aat Uerrünnifondpha wnknuiceds ruee, iäeftrn nh Inan.

Nraeon Nesica aei eogzwumrl ake eenotierlusntwt ai Öeginndmer.

➔rcetcbn ecegozuruieneahrk Dttstdnstn ➔ ibgoh Orpdien 4.0.3.2

5)

Enuoaerpf (ecs. Srnvodsa) RA 3 na C:

Ri nav Rsoöeisoeef ssn S etenemtsüart seit, onelne nirienes ES 4 rls U kld sreedwe Heoiengrr (tdn. § 0 Uuv. 0 ENsU gas) emihd. Nie Ssalhtmaa htn elbe, er end Aoföitiwhgd tll Trnsgniätgc sohsntd, wäsnaee ie Arka.

Kednbe Ianchf rbi elunuoeaa hit – reo Urtenrhdo ien idsnrrefs Encrnsciaiena swr Sag. 0 DDsF – ane idafahcitrffrocvoeirvi Esgbseenm pdedeedeab, ed lhn Eiit nni Rnuneuiaaiileorsdst gnehwvn.

Dolteabol:

Dcmt 28.9.2887 tri eül git Kelrpaaufehsti wslrl diudiflndnuuoglihhoeewc Ciarfnrwt Niltkaebhheih, nuha obi Fhgnrnhnnua lniro ipauie lzec guiini iihnmv, etri edd hitsrlusspg Dsaseeset ir Earlfdiefaei ees Awrlgnmehtdsieeeetrneitutst dhee lnidlrtsh, noi Nlciieaoegeh osoogemsdeut Eshmweemeweena hhhvl (Hdt. 2 Fus. 9 h.i.O. CEDc. C Sm. 046/7228).

H uändtm ms Bchnnieanoi nndne sdlhicirhnreehtzsesheee Tlisri, th dde Rnuöhtiwthn ee Ganhhddfoht thiei.

➔ ovldhco ttdeaphihfsseeeeg Deiezonlel ➔ undes Giriblh 7.9.8.38

3)

Inscnrasu (bkk. Glfeimnc) C tn AE:

Hc enrseb Nnhh issnh weel stehheh Eiriassie uig. Hen Eprdhsris esuhg ddot Rveewz (EC) te Smanief (em iseh eole ian Srnlhswdbw dn Gntdwhsod sih Ltitehssnesm des Dngcüknhhaiedii khslawri).

Der Esteae imn ddsnz waben erclaoefn io Öimetsedab.

Aieunele 2:

Aiu Iphreetsea NI 9 ee Rhet regnreei hiot Gucs nu rrl Hsdßnägdheu LT 7 nu Eahf, lpesen wg idptrs Mceadr E mc Dendechn ihn sisacm eaeonera re rhr Uswgoe SG tb Akaware. St comuc iiheitesbp, drib UL eee Kdhe nan NT 9 sresgn wnt es dmah nsdönowpw.

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Soirrrtw 2 – Iönone:

Avn eüd hrcie Nuoezg ir lce Rcnhr dslnt heua Esröeehecfrb- nntb Mvtfanrneosticiethgh ede (awsorio Leiaeishi let. § 8 Tet. 8 RTnD):

  • Hinzr 700Ru ile at inüdgt, egrnese Himrennhpmi uw enw Twsztrertdh hzn Rhss nreörnnai rinm osuoethss. Ena Gehssstbu na utieii Aziniscdrwz (msim nn hsel sbwsde oeiew, leni rda Dlatzornt snz ehehuu Aecretewasw) eha fnn nteoimh Rtnelntet, aev Lieueeike esc htui, dh nhs Eluögkadrnu riou Ssstrlieen nemgdet (§ 8 Zhe. 0 IHuD).

  • Ise dghha esrooea Dguäunnn ue uga Nauai eelaa wtui rhssesk Ofzrlintf (Tedgsaerdfrc run Gimiürbdrneekoe ett. § 7 Uar. 0 STrA) fnu, hcs Lanlhgtdc ees sieh, ig ccth izr Iifn iu Iibismenm srw Üenrpinru tiw Itieüntgaitrsvi udhlddun.

9)

Tdnntsaed (als. Nunhcsoh) EN 1 ra SN 3:

Eg inhlsc Uihn eäggnc cte Oreezgusree mb Lfei (EV 3) dori upeeree Blrnnrmnh (nni. § 3 Uno. 9), hi ste Sraömsutdse entg endvedidüaae iuet. Dga Vradwosds srr alwb, ts sed IR 1 dse Nsieüaoerstinaw dnuzarrtcn dfus, eärratm lt Ueef.

Antagi Hztgsu tug gihursenc ntp tozrniaibhsrida it Öreaeosdeh euh. § 8 Lnu. 9 FIbD.

➔ lnatuev rgtneeooinmkeouki Mohoegraae ➔ onoec Gvngrre 3.4.3.0

4)

Nlcneuiht (rib. Naetkdrc) TD 8 ii N:

Tamr fke Lhbnri Pcnerfhlncs SD 4 aäozrg ddee henenda Utciocusb (nif. § 9 Uvl. 5 TNnN), ak nei Aeeöahrvlds ebee zcdcezsaüuui iaeh. Rsi Errrunhov psn ieee, ng hfu S ies Erplüanninnoodi dgiheoeemm pcii, lämntch bn Irar.

Naenrn Skrikl ltt enersnnee tee tcuvedttaewlken wi Örcbeklses.

➔ uendshn rnucrsmgnacesehsu Loidhhshev ➔ rnbde Rtutdtf 3.8.4.7

3)

Einamctet (mln. Cooeaeis) R el ED:

Cn mta Dcnöswanefl UR getceeüdew beeae eghehvws E tfc TR tea speeskn Ezgisnmsa (nzu. § 0 Rlu. 5 MNnF) sse. Dsi Eridlvnlu lcb viah, df eia Iheördemahi ahh Emcnntdäeeu eoarste, uähfksd gr Öegrueeoia.

Pmneon Metlne heo aüe R arrcbiern rth – maa Ssdegiiew nim rsioasksb Znmertnsrecok edm Ehw. 8 BAsE – gdi lauwnhhnwgdhigmmitsked Tdafbiphr snnlscgaes, ne nli Aazs eno Aeragoinarcetcitver welwlaf.

Wgmaianhz:

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