Personalverrechnung

Begutachtungsentwurf zum Familienbonus

Kunesch

PV-Info 3/2018, 1

Am 2. 3. 2018 hat das BMF einen Begutachtungsentwurf zur Änderung des EStG zur Einführung des angekündigten Familienbonus ab 1. 1. 2019 versandt. Die Begutachtungsfrist endet am 13. 4. 2018. Der Begutachtungsentwurf sieht folgende Eckpunkte vor (die Gesetzwerdung bleibt abzuwarten):

  • Der Familienbonus Plus reduziert als erster Absetzbetrag (= direkte Steuerersparnis) die errechnete Tarifsteuer maximal bis null. Durch andere Absetzbeträge (wie etwa den Alleinverdiener- oder -erzieherabsetzbetrag oder den Verkehrsabsetzbetrag) kann es in der Folge, sofern die Voraussetzungen vorliegen, zur Erstattung von Einkommensteuer und zu einer SV-Rückerstattung kommen.

  • Der Familienbonus Plus beträgt 1.500 € pro Kind pro Jahr (125 € pro Monat) bis inklusive des Monats, in dem das 18. Lebensjahr vollendet wird. Nach Ablauf des Monats, in dem das 18. Lebensjahr vollendet wird, wird er auf 500,16 € pro Kind pro Jahr (41,68 € pro Monat) reduziert.

  • Der Anspruch besteht, solange Familienbeihilfe gewährt wird.

  • Der Familienbonus kann von einem Elternteil oder von beiden Elternteilen jeweils zur Hälfte beantragt werden. Eine diesbezügliche Änderung ist nur jahresweise möglich. Antragsberechtigt sind der Familienbeihilfenberechtigte oder dessen (Ehe-)Partner oder der Unterhaltsverpflichtete. Abweichend davon soll bei getrennt lebenden Elternteilen jener Elternteil, der überwiegend für die Kinderbetreuung aufkommt, 90 % des Familienbonus Plus in Anspruch nehmen können.

  • Ein Kindermehrbetrag (Steuererstattung) in Höhe von maximal 250 € pro Kind pro Jahr soll bei Anspruch auf Alleinverdiener- oder -erzieherabsetzbetrag bestehen, wenn die Einkommensteuer vor Berücksichtigung aller Absetzbeträge unter 250 € beträgt.

  • Für in EU bzw EWR und in der Schweiz lebende Kinder soll eine Indexierung anhand der Lebenshaltungskosten erfolgen. Für in Drittstaaten lebende Kinder besteht kein Anspruch auf Familienbonus Plus bzw Kindermehrbetrag.

  • Die Höhe des Alleinverdiener- oder -erzieherabsetzbetrags und des Unterhaltsabsetzbetrags soll für Kinder, die in EU bzw EWR und in der Schweiz leben, ebenfalls indexiert werden. Die Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten in Höhe von 2.300 € jährlich und der Kinderfreibetrag sollen ab 2019 entfallen.

  • Der Familienbonus Plus soll in den Lohnsteuertarif einbezogen und somit bereits im Rahmen der Lohnverrechnung berücksichtigt werden. Die entsprechenden Angaben sind in das Lohnkonto aufzunehmen. Alternativ kann die Berücksichtigung im Rahmen der Veranlagung erfolgen.