Autor: Andreas Mitterlehner

Zinsschranke – vorzeitige Umsetzung auch in Österreich?

SWK 3/2019, 108

Die Anti-BEPS-Richtlinie verpflichtet die EU-Mitgliedstaaten zur Umsetzung zahlreicher Maßnahmen zur Vermeidung der Gewinnverlagerung und zur Steuervermeidung. Eine dieser Maßnahmen ist die Limitierung der Abzugsfähigkeit von Fremdkapitalkosten durch Implementierung einer sog „Zinsschranke“ in nationales Recht. Bisher ist man in Österreich davon ausgegangen, dass die bereits bestehenden Regelungen im KStG ausreichen würden, um eine verlängerte Umsetzungsfrist bis spätestens 1. 1. 2024 ausnützen zu können. Nach einer kürzlich veröffentlichten Mitteilung der EU-Kommission erfüllen die fraglichen Bestimmungen zur Einschränkung des Zinsabzugs die diesbezüglichen Anforderungen jedoch nicht. Demgemäß wäre die Umsetzung der EU-Zinsschranke im österreichischen Steuerrecht bereits bis 31. 12. 2018 geboten gewesen. Es stellt sich die Frage, wie Österreich auf die negative Entscheidung der EU-Kommission reagieren wird.

Endgültiger Vermögensverlust bei Auslandsbeteiligungen?

Mitterlehner/PanholzerSWK 26/2018, 1173

Gemäß § 10 Abs 3 KStG können bei einer grundsätzlich steuerneutralen internationalen Schachtelbeteiligung „tatsächliche und endgültige“ Vermögensverluste aus einem Untergang (Liquidation oder Insolvenz) der ausländischen Beteiligungsgesellschaft dennoch steuerlich berücksichtigt werden. Zum Zeitpunkt der ausnahmsweisen Geltendmachung solch endgültiger Vermögensverluste sowie weiters zur Frage, ob in wirtschaftlicher Betrachtungsweise auch ein Beteiligungsverkauf einen solchen steuerwirksamen Verlust darstellen könnte, erfolgten in letzter Zeit Klarstellungen seitens der Rechtsprechung.