Alle Artikel in: Tagesfragen

Die nächsten Schritte auf dem Weg zur Steuerreform

SWK 14-15/2019, 654

(SWK) – Nach dem Ministerratsvortrag zur in mehreren Etappen geplanten Steuerreform hat das BMF am 8. 5. 2019 zwei umfangreiche Gesetzesentwürfe in Begutachtung geschickt. Das Steuerreformgesetz I 2019/20 (147/ME 26. GP) setzt in vielen Bereichen den ersten Schritt in Richtung der angestrebten Trias Entlastung, Vereinfachung und Ökologisierung. Hervorzuheben sind weiters körperschaftsteuerliche Sonderregelungen zur Neutralisierung hybrider Gestaltungen und in der Umsatzsteuer die Umsetzung der im Oktober 2018 im ECOFIN beschlossenen „quick fixes“ (schnelle Lösungen), zB für Reihengeschäfte. Das Abgabenbetrugsbekämpfungsgesetz 2020 (150/ME 26. GP) wiederum soll insbesondere den unionsrechtlich durch RL (EU) 2018/822 vorgegebenen verpflichtenden automatischen Informationsaustausch über meldepflichtige grenzüberschreitende Gestaltungen umsetzen und verschreibt sich generell dem Kampf gegen Steuerbetrug. Die Begutachtungsfrist endet jeweils am 28. 5. 2019.Im Folgenden skizzieren wir einerseits die Eckpunkte der Steuerreform – darunter findet sich mit der für 2021 lapidar in Aussicht gestellten Neukodifikation des EStG ein lange erwartetes großes Vorhaben – samt Zeitplan und stellen andererseits die mit Anfang 2020 anstehenden wesentlichen abgabenrechtlichen Änderungen im Überblick vor. Die parlamentarische Beschlussfassung ist für Anfang Juli 2019 vorgesehen; die Gesetzwerdung bleibt abzuwarten.

Was darf der Betriebsprüfer – und was nicht?

SWK 14-15/2019, 659

Betriebsprüfungen stellen für Abgabepflichtige und ihre steuerlichen Vertreter eine besondere Herausforderung dar. Das Ziel der professionellen Abwicklung einer Betriebsprüfung wurde in den vergangenen Jahren schwieriger zu verwirklichen, denn Außenprüfungen wurden zunehmend kontroverser. Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, als steuerlicher Vertreter – und damit Begleiter des Abgabepflichtigen – im Betriebsprüfungsverfahren die Rechte und Pflichten des Abgabepflichtigen und des Prüfers genau zu kennen. Aus diesem Grund haben Bernhard Gröhs und Robert Rzeszut für den Fachsenat für Steuerrecht der Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer (KSW) einen Leitfaden erstellt, der anhand ausgewählter Themen als Praxishilfe bei der Abwicklung von Betriebsprüfungen dienen soll. Der folgende Beitrag soll darüber einen kurzen Überblick verschaffen.

Brexit und Sozialversicherung

SWK 13/2019, 622

(A. S.) – Großbritannien hat am 29. 3. 2017 offiziell den Austritt aus der Europäischen Union erklärt, sodass die Mitgliedschaft nach dem EU-Vertrag automatisch nach Ablauf von zwei Jahren hätte enden sollen. Da das britische Unterhaus mehrfach dem von der Regierung mit der EU ausverhandelten Austrittsabkommen die Zustimmung verweigert hat, hat der Europäische Rat im Einvernehmen mit Großbritannien beschlossen, die Austrittsfrist zu verlängern, um doch noch eine Ratifizierung des Austrittsabkommens zu ermöglichen. Sollte es aber zu einem ungeordneten Austritt Großbritanniens („Hard Brexit“) kommen, hätte dies spürbare sozialversicherungsrechtliche Konsequenzen.

EuGH zum Rechtsmissbrauch im Steuerrecht

SWK 13/2019, 614

Am 26. 2. 2019 sind lange erwartete Urteile des EuGH ergangen. Die Vorabentscheidungsersuchen dänischer Gerichte haben ua Fragen nach der Bedeutung und der Reichweite des vom EuGH schon länger verwendeten Konzepts des Rechtsmissbrauchs aufgeworfen. Schon die Schlussanträge der Generalanwältin Kokott haben große Aufmerksamkeit gefunden. Nunmehr hat der EuGH die Gelegenheit genutzt, sein Missbrauchskonzept näher darzulegen. Die Entscheidungen sind durch die Große Kammer erfolgt. Dies gibt ihnen besonderes Gewicht.

Der Begutachtungsentwurf zum Digitalsteuerpaket

SWK 12/2019, 574

(SWK) – Das BMF hat am 4. 4. 2019 den Entwurf zu einem Bundesgesetz, mit dem das Digitalsteuergesetz 2020 (DiStG 2020) erlassen und das Umsatzsteuergesetz 1994 geändert wird, zur Begutachtung verschickt. Die Begutachtung läuft bis 9. 5. 2019. Im Folgenden stellen wir die wesentlichen Eckpunkte im Überblick vor. Die Gesetzwerdung bleibt abzuwarten.

Digitalisierung der Steuerfunktion

SWK 11/2019, 536

Die Steuerfunktion in Unternehmen steht vor massiven strategischen und operativen Veränderungen, die im Wesentlichen durch drei große Trends ausgelöst werden: Digitalisierung, Komplexität und Unsicherheit. Der Wandel wurde bereits eingeleitet. Digitalisierungsstrategien in Steuerabteilungen und auch in der Steuerberatung stehen auf der Tagesordnung. Der Weg hin zu einer digitalen Steuerfunktion führt zu einem veränderten Operating Model und einer Anpassung der Rollen und Skill-Profile. Die Herausforderung lautet: praxisorientierte und innovative Lösungen für zukunftsorientierte und moderne Steuerprozesse mittels Digitalisierung zu schaffen.