Alle Artikel in: Tagesfragen

Einheitsbilanz – (k)ein erstrebenswertes Ziel?

Rohatschek/BroidlSWK 27/2018, 1190

In Österreich und Deutschland dominiert prinzipiell das Maßgeblichkeitsprinzip, doch bestehen mittlerweile in der Europäischen Union Harmonisierungsbestrebungen im Rechnungslegungssystem; diese beziehen vor allem die zunehmende Anwendung von IFRS wie auch Debatten um das in anderen Ländern nicht so stark verankerte Maßgeblichkeitsprinzip mit ein. Während sich Deutschland im Zuge der Einführung des Bilanzmodernisierungsgesetzes 2009 (BilMoG) vom Weg zur Einheitsbilanz sukzessive verabschiedet hat, rückte in Österreich im Rechnungslegungs-Änderungsgesetz 2014 (RÄG 2014) neben Internationalisierungsbestrebungen und Modernisierungsabsichten wieder das Ziel der Einheitsbilanz in den Vordergrund.

Neuerliche Novellierung der Pauschalierungsverordnung für nichtbuchführende Gewerbetreibende

AtzmüllerSWK 26/2018, 1160

Mit BGBl II 2018/81 (erste Novellierung) wurde die gegenständliche VO BGBl 1990/55 geändert. Dadurch wurde die Anwendungsvoraussetzung des Fehlens von „Aufzeichnungen“ (Einnahmen-Ausgaben-Rechnung) beseitigt und eine Umsatzgrenze von 110.000 Euro eingezogen, die der Grenze entspricht, die sich aus dem in der Urfassung enthaltenen Verweis auf § 17 UStG 1972 ergibt (1,5 Mio ATS Umsatz). Nun wurde die VO mit BGBl II 2018/215 erneut geändert; sie ist in Zukunft bis zur Buchführungsgrenze anwendbar.

Das Steuerkontrollsystem als große Chance für mehr Co‑operative Tax Compliance in Österreich

Zöchling/DziurdźSWK 26/2018, 1150

Mit der begleitenden Kontrolle wurde im Jahressteuergesetz 2018 ein wichtiger Schritt hin zu einem modernen steuerlichen Verfahrensrecht gesetzt. Aufgrund der positiven Erfahrungen beim Pilotprojekt „Horizontal Monitoring“ wurde dieses neue Instrument in der BAO verankert. Dies sollte aber nur der erste Schritt sein. Sofern Unternehmen freiwillig ein internes Steuerkontrollsystem (SKS) einrichten und dessen Wirksamkeit zertifizieren lassen, sollten sich daraus positive Effekte auch außerhalb der begleitenden Kontrolle ergeben.

Die Registrierkasse, das Eis und der Generalverdacht

SWK 26/2018, 1159

Da hat sich der Steuerinsider der letzten SWK-Ausgabe (SWK 25/2018, 1116) einen Unternehmer vorgeknöpft, der Eiskioske betreibt. Und er schließt aus der Nichtausfolgung eines Beleges darauf, dass der Umsatz nicht erfasst wurde. Gewiss: Finanzordnungswidrigkeiten gehören geahndet. Das ist man nicht zuletzt allen gesetzestreuen Unternehmen schuldig. Der dezent mitschwingende Generalverdacht irritiert allerdings.

BMF-Information zur Veranlagung von Einkünften aus Anlass der Einräumung von Leitungsrechten

SWK 26/2018, 1158

Mit dem Jahressteuergesetz 2018 – JStG 2018, BGBl I 2018/62, wurde eine Abzugsteuer für Einkünfte aus Anlass der Einräumung von Leitungsrechten eingeführt (§ 107 EStG 1988). Die Abzugsteuer kommt für Auszahlungen ab dem Jahr 2019 zur Anwendung. Mit dieser Info wird erklärt, welche Auswirkungen § 107 EStG 1988 für offene (nicht rechtskräftig veranlagte) Fälle mit Einkünften aus Leitungsrechten hat.